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Bordkasse beim Segeln: Regeln, Beträge, Vorlage

Stand: 13. Oktober 2026

Diesel, Hafengeld, der Großeinkauf am ersten Abend: was in die Bordkasse gehört, wie viel pro Person und Woche üblich ist, ob der Skipper mitzahlt und was am Ende mit dem Rest passiert. Dazu eine Vorlage mit einer durchgerechneten Beispielwoche, zum Drucken und für Excel.

Zur Vorlage

Was in die Bordkasse gehört

Die Bordkasse zahlt, was unterwegs für alle anfällt und mit Route, Wetter und Laune schwankt. Was im Chartervertrag steht und vor dem Törn überwiesen wird, läuft getrennt: Das teilt ihr vorab, meist per Überweisung an den, der gebucht hat.

Gehört hinein

  • Proviant: der Großeinkauf am ersten Tag und jeder Nachkauf unterwegs
  • Getränke, Trinkwasser in Flaschen, Eis
  • Diesel, auch das Volltanken vor der Rückgabe, und Benzin für den Außenborder
  • Hafengeld, Liegeplatz, Bojen und Ankergebühren
  • Wasser und Strom, wo der Hafen sie extra berechnet, und Duschmarken
  • Gebühren für Nationalparks und Naturparks, die pro Boot anfallen
  • Was erst an der Basis fällig wird, etwa die Endreinigung, wenn ihr sie nicht mit dem Charter überwiesen habt
  • Taxi zum Supermarkt, Gas, wenn unterwegs eine Flasche nachgekauft werden muss

Läuft getrennt

  • Charterpreis: vorab geteilt, nach Köpfen oder nach Kabinen
  • Kaution: Sie hinterlegt, wer den Vertrag unterschreibt; sie ist kein Geld der Kasse
  • Honorar eines bezahlten Skippers: Es geht an ihn, nicht durch die Kasse
  • Kautionsversicherung: ein fester Betrag vor dem Törn, also wie der Charterpreis teilen
  • Flug, Bahn, Transfer zur Marina
  • Was einer für sich kauft: Souvenirs, Sonnencreme, das Eis an Land

Und das Restaurant?

Hier gehen die Bräuche auseinander. Auf vielen Mitsegeltörns zahlt jeder sein Essen an Land selbst, die Kasse zahlt nur, was an Bord gegessen wird. Unter Freunden läuft das gemeinsame Abendessen oft über die Kasse, weil am Tisch niemand acht Rechnungen will. Beides geht, nur nicht jeden Abend anders. Läuft das Restaurant über die Kasse, wird der Wein zur eigentlichen Frage; dazu mehr bei den Anteilen.

Wie viel Bordkasse pro Person und Woche?

Die Antwort hängt an zwei Fragen: Läuft das Restaurant über die Kasse, und geht ihr in der Hochsaison jede Nacht in die Marina? Beispiele aus veröffentlichten Ausschreibungen von Mitsegeltörns und Vereinsfahrten:

Törnpro Person und WocheWas die Kasse zahlt
Kroatien, Mitteldalmatien: Vereinstörn im September, 2024 und 2025ca. 120 bis 140 €Diesel, Hafengebühren, Proviant
Kroatien: Mitsegeltörn mit Skipperca. 150 € im SchnittHafen, Diesel, Lebensmittel und Getränke, Verpflegung des Skippers. Restaurant zahlt jeder selbst; Endreinigung, Bettwäsche, Kurtaxe und Kautionsversicherung kosten extra 99 €.
Mitsegeltörns mit Skipper in Kroatien, Griechenland und ab Flensburg nach Dänemarkca. 200 bis 300 €Lebensmittel, Hafen, Diesel, Ausflüge, Restaurantbesuche, Verpflegung des Skippers
Griechenland, Saronischer Golf: Mitsegelwoche ab Athenhöchstens 50 €Nur Hafen, Diesel und Endreinigung; das Essen kommt dazu

Der größte Posten neben dem Essen sind die Nächte im Hafen. In Kroatien kostet ein Liegeplatz für eine 13-Meter-Yacht 2026 zwischen 52 € (Nerezine) und 218 € (ACI Rovinj) pro Nacht. Bojen und Stadtkais in kleinen Orten liegen für ein Zwölf-Meter-Charterboot oft um die 100 €. Durch acht geteilt sind das 6,50 bis 27 € pro Kopf und Nacht; zwei Nächte vor Anker statt in der Marina sparen in einer Woche 13 bis 55 € pro Person.

Für die Planung heißt das: 120 bis 150 € pro Person und Woche, wenn ihr an Bord kocht und Restaurants selbst zahlt. 200 bis 300 €, wenn das Essen an Land über die Kasse läuft oder ihr im Juli und August meist in der Marina liegt. Die Beispielwoche unten landet mit einem Restaurantabend und der Endreinigung bei rund 270 € für jeden, der die ganze Woche an Bord war.

Vorlage: die Bordkasse als Tabelle

Eine Beispielwoche mit acht Leuten ab Split im Juli: Großeinkauf, Šolta, Hvar, Vis, Brač, Diesel. Jonas kommt am Montag mit der Fähre nach Hvar dazu. Anna ist die Skipperin und zahlt mit wie alle, weil es ein Freundestörn ist. Drucke die Seite für das Kartenfach oder lade die Tabelle herunter; sie öffnet sich in Excel, Numbers und Google Tabellen.

Vorlage herunterladen (CSV für Excel)English version (CSV)
DatumWasBezahlt vonBetrag (EUR)Aufteilen auf
Sa., 4.7.Großeinkauf Supermarkt: Proviant, Wasser, GetränkeBen642,80 €nach Tagen: je 7, Jonas 5
Sa., 4.7.Endreinigung, an der Basis bezahltAnna200,00 €alle 8
So., 5.7.Boje in einer Bucht auf ŠoltaClara90,00 €7, ohne Jonas
Mo., 6.7.Liegeplatz HvarDavid196,00 €alle 8
Mo., 6.7.Brot, Obst, EisEva54,60 €alle 8
Di., 7.7.Boje vor Komiža (Vis)Felix85,00 €alle 8
Di., 7.7.Abendessen in der Konoba, gemeinsamGreta412,00 €alle 8
Mi., 8.7.Nachkauf Supermarkt VisJonas96,40 €alle 8
Do., 9.7.Liegeplatz Milna (Brač)Anna142,00 €alle 8
Fr., 10.7.Diesel, Volltanken vor der RückgabeBen168,40 €alle 8
Fr., 10.7.Getränke für den letzten AbendClara63,20 €alle 8
Summe2.150,40 €

Wer wem was überweist

Ausgelegt minus Anteil ergibt den Saldo: Plus heißt, du bekommst Geld, Minus, du überweist. Statt dass jeder jedem seinen Anteil an jedem Beleg schickt, reichen diese sieben Überweisungen:

  1. Eva an Ben218,78 €
  2. Felix an Ben188,37 €
  3. Jonas an Greta138,64 €
  4. Clara an Ben120,20 €
  5. David an Anna68,60 €
  6. David an Ben8,78 €
  7. Jonas an Ben1,67 €
PersonAusgelegtAnteilSaldo
Anna342,00 €273,40 €+68,60 €
Ben811,20 €273,40 €+537,80 €
Clara153,20 €273,40 €−120,20 €
David196,00 €273,38 €−77,38 €
Eva54,60 €273,38 €−218,78 €
Felix85,00 €273,37 €−188,37 €
Greta412,00 €273,36 €+138,64 €
Jonas96,40 €236,71 €−140,31 €

Wäre Anna eine bezahlte Skipperin, stünde sie in keiner Zeile unter „Aufteilen auf“, und ihr Anteil verteilte sich auf die sieben anderen: rund 40 € mehr für jeden, der die ganze Woche an Bord ist, rund 34 € für Jonas.

In der Datei hat jede Person eine Spalte mit ihrem Anteil an jeder Zeile. Trag eure Namen in die Kopfzeile ein, lösch die Beispielzeilen und setz unter jede Personenspalte eine Autosumme: Das ist der Anteil. Was jemand ausgelegt hat, zeigt der Filter auf „Bezahlt von“.

Zahlt der Skipper in die Bordkasse?

Nach altem Seemannsbrauch nicht: Die Crew verpflegt den Skipper mit und trägt die Kasse unter sich. So steht es fast wörtlich in Crewverträgen von Mitsegelanbietern. Ob der Brauch passt, hängt davon ab, wer der Skipper ist.

Bezahlter Skipper

Er bekommt ein Honorar und arbeitet die ganze Woche. In die Kasse zahlt er nicht ein, er isst aber mit, an Bord und meist auch an Land. Klärt vor dem Törn, ob sein Essen im Restaurant über die Kasse läuft.

Skipper eines Mitsegeltörns

Wer Kojen verkauft und den Törn führt, ist ebenfalls nicht an der Kasse beteiligt. In den Ausschreibungen steht das meist unter „nicht enthalten“: Verpflegung des Skippers, wird aus der Bordkasse bezahlt.

Freundestörn

Einer von euch hat den Schein und die Verantwortung, die anderen machen Urlaub. Eine feste Regel gibt es hier nicht. Manche Crews teilen alles gleich, auch mit dem Skipper. Andere übernehmen seinen Anteil an der Kasse als Dank für Planung, Übergabe und die Nacht mit Ankerwache bei 30 Knoten. Beides ist fair, wenn es vor dem Ablegen gesagt ist.

Hand gegen Koje

Der Begriff kommt von Überführungen und Eignertörns: Du arbeitest an Bord mit und zahlst keine Koje; Essen, Diesel und Hafen trägt dort oft der Eigner. Segelst du so auf einem gecharterten Boot mit, ist offen, ob die freie Koje auch die Kasse einschließt. Frag vorher.

Paare, Kinder, späte Anreise: wer wie viel trägt

Gleich durch Köpfe passt, solange alle die ganze Woche an Bord sind und ungefähr gleich essen und trinken. Für alles andere gibt es Anteile.

Wer später kommt oder früher geht

Jonas kommt am Montag. Beim Großeinkauf trägt er 5 von 7 Tagen, die Boje vom Sonntag gar nicht, alles ab Montag voll. Nach Nächten statt nach Tagen zu rechnen geht genauso; wichtig ist, dass es für alle gleich gilt.

Paare

Ein Paar sind zwei Personen und zwei Anteile. Dass sie sich eine Kabine teilen, ändert am Diesel nichts. Wer eine Doppelkabine allein belegt, zahlt das über den Charterpreis, nicht über die Kasse.

Kinder

Für den Proviant bietet sich ein halber Anteil je Kind an. Hafen und Diesel fallen pro Boot an; sie gehen auf die Erwachsenen oder auf die Familien als Ganzes. Eine einfache Regel, die alle verstehen, ist besser als eine genaue.

Wein, Bier, Wasser

Wenn zwei nichts trinken und sechs jeden Abend zwei Flaschen Wein, wird es schief. Dann wird Alkohol ein eigener Beleg, nur auf die verteilt, die trinken. Beim Großeinkauf heißt das: an der Kasse zwei Bons, einer für Essen, einer für Alkohol.

Umlage vorab oder Abrechnung am Ende?

Beide Wege kommen beim selben Ergebnis an. Sie unterscheiden sich darin, wer das Geld anfasst und wann gerechnet wird.

Umlage vorab

Am ersten Abend legt jeder denselben Betrag in die Kasse, etwa 150 €. Eine Person führt sie, besser nicht der Skipper, der hat beim Anlegen anderes zu tun. Bezahlt wird bar oder mit der Karte des Kassenwarts, jeder Bon kommt in den Umschlag. Ist die Kasse halb leer, legen alle gleich viel nach. Am Ende gibt es nur noch Rückzahlungen. Ausnahmen wie Jonas’ fehlende Tage muss der Kassenwart trotzdem einzeln rechnen.

Abrechnung am Ende

Jeder zahlt, was gerade anfällt, und trägt es gleich ein: Datum, Betrag, wer beteiligt war. Am letzten Abend steht fest, wer wem wie viel überweist. Kein Bargeld, kein Kassenwart, eine Ausnahme kostet eine Zeile. Dafür streckt, wer gern auslegt, eine Woche lang Geld vor: In der Beispielwoche sind das bei Ben 811,20 €.

Beides zusammen

Es geht auch gemischt: eine kleine Bargeldkasse für Bojen, Brot und Eis, alles mit Karte wird eingetragen. Am einfachsten führt einer die Bargeldkasse wie ein Konto: Die Einzahlungen der anderen trägt er als Zahlung an sich ein, was er daraus bezahlt, als eigene Ausgabe für alle.

Restgeld, Kaution und Schaden

Was am Ende übrig bleibt

Bei der Umlage steht am Ende Geld in der Dose. Es gehört nicht allen zu gleichen Teilen, sondern jedem so viel, wie er mehr eingezahlt hat, als sein Anteil an den Ausgaben war. Haben alle gleich viel eingezahlt und gleich lange mitgegessen, ist das dasselbe. Ein paar Euro pro Kopf gehen oft ins Eis am letzten Tag, wenn alle einverstanden sind.

Die Kaution

Die Kaution hinterlegt, wer den Chartervertrag unterschreibt, meist als Sperre auf seiner Kreditkarte. Sie ist kein Geld der Bordkasse und wird nicht umgelegt, solange nichts passiert. Bei einer Zwölf-Meter-Yacht ist das ein vierstelliger Betrag auf einer einzigen Karte; auch deshalb sollte vorher klar sein, wer im Schadensfall was trägt.

Wenn etwas kaputtgeht

Behält der Vercharterer wegen eines Schadens Geld ein, trifft das zuerst den, der unterschrieben hat. Wie die Crew das untereinander teilt, legt ihr vorher fest; eine Nachricht in der Gruppe genügt. Eine einfache Regel: Alle tragen den Schaden zu gleichen Teilen, der Skipper eingeschlossen, bis zu einer Grenze pro Person; wer vorsätzlich oder grob fahrlässig etwas kaputt macht, zahlt selbst. Ein Crewvertrag eines Mitsegelanbieters setzt die Grenze bei 100 € pro Person auf Einrumpfbooten und 200 € auf Katamaranen. Wie ein Streit ohne Absprache ausginge, hängt vom Einzelfall ab; das hier ist keine Rechtsberatung.

Kautionsversicherung

Sie ersetzt im Schadensfall, was der Vercharterer von der Kaution einbehält, je nach Bedingungen ganz oder bis auf einen Selbstbehalt. Die Prämie steht vor dem Törn fest und gehört zum Charterpreis, nicht in die Bordkasse: durch alle geteilt, den Skipper eingeschlossen, wenn auch er damit geschützt ist.

Fragen zur Bordkasse

Was sollte vor dem Törn feststehen?
Fünf Fragen, eine Nachricht in der Gruppe: Läuft das Restaurant über die Kasse? Zahlt der Skipper mit? Wie werden Alkohol, Kinder und halbe Wochen geteilt? Umlage vorab oder Abrechnung am Ende? Wer trägt einen Schaden bis zu welcher Höhe?
Wer sollte die Bordkasse führen?
Nicht der Skipper: Er steht beim Anlegen am Steuer und an der Tankstelle an der Zapfpistole. Gut ist jemand, der Bons sofort fotografiert, ohne dass man ihn daran erinnern muss.
Und wenn nicht in Euro bezahlt wird?
Kroatien zahlt seit 2023 in Euro, Griechenland, Italien und Spanien ohnehin. In Dänemark, Schweden, Norwegen, Polen, der Türkei oder Großbritannien trägst du am einfachsten den Betrag ein, den deine Karte in Euro abgebucht hat. Dann stimmen Kontoauszug und Kasse überein.
Bis wann sollte abgerechnet sein?
Am letzten Abend an Bord, solange alle Bons da sind und alle am Tisch sitzen. Die Überweisungen sollten in der Woche danach erledigt sein; wer überwiesen hat, sagt Bescheid, damit niemand doppelt zahlt.

Weiterlesen

  • Die Bordkasse-App: Beleg fotografieren, Salden sehen, Splitwise übernehmen
  • Einkaufsliste für den Segeltörn: Mengen für 4 und 8 Personen
  • Segeltörn planen: die Checkliste bis zum Ablegen

Erinnerung 14 Tage vor dem Törn

Zwei Wochen vor der Abfahrt ist der richtige Moment für Proviant, Packliste und die Checkliste zur Übergabe. Trag ein, wann ihr ablegt. 14 Tage vorher kommt eine Mail mit den Listen. Eine Mail, danach wird die Adresse gelöscht.

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Höchstens 18 Monate im Voraus.

Die Vorlage als App

In Crewsy bucht jeder seinen Beleg mit Foto. Crewsy teilt gleich, nach Anteilen, in Prozent, auf den Cent genau oder mit Aufschlag für Einzelne und zeigt, wer wem was überweist: vereinfacht wie oben oder paarweise. Den Splitwise-Export übernimmt der Skipper als CSV-Datei. Beträge in Euro, 14 Tage kostenlos, ohne Zahlungsdaten.

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