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Sicherheitseinweisung auf der Segelyacht

Stand: 13. Oktober 2026

Am ersten Morgen, bevor die Leinen losgehen: die ganze Crew im Cockpit, eine gute halbe Stunde, Handys weg. Diese Liste folgt der Reihenfolge, in der ein Skipper die Einweisung am Boot macht, von der Rettungsweste bis zum Notruf. Am Ende unterschreibt jeder.

So läuft die Einweisung

Die Einweisung gehört vor das erste Ablegen, nicht auf den ersten Schlag. Im Hafen hört jeder zu, bei 20 Knoten und Lage keiner mehr. Für eine Crew von acht reichen 30 bis 45 Minuten, wenn jeder Punkt am Boot gezeigt wird.

  • Zeigen statt erzählen: Jede Weste wird anprobiert, jedes Ventil angefasst, der Feuerlöscher einmal aus der Halterung genommen.
  • Einen Vertreter bestimmen, der das Boot ohne den Skipper führen und funken kann. Geht der Skipper über Bord, fährt er das Manöver.
  • Vorher abfragen: Wer kann nicht schwimmen, wer hat Allergien, wer nimmt Medikamente, wer wird schnell seekrank?
  • Am ersten Segeltag das Mann-über-Bord-Manöver einmal fahren, mit einem Fender als Person im Wasser.
  • Wer später an Bord kommt, bekommt die Einweisung, bevor das Boot mit ihm ablegt.

Die Einweisung, Punkt für Punkt

In dieser Reihenfolge: im Cockpit anfangen, unter Deck weitermachen, an Deck aufhören.

  1. 01

    Rettungswesten und Lifebelts

    • Jeder bekommt seine Weste, stellt sie auf sich ein und behält sie die ganze Woche. Den Namen mit Tape draufschreiben.
    • Anlegen: Weste schließen, Schrittgurte durchziehen und festziehen. Ohne Schrittgurt rutscht die aufgeblasene Weste über den Kopf.
    • Auslösen: Automatikwesten blasen sich bei Wasserkontakt selbst auf. Von Hand geht es am Zuggriff, nachblasen mit dem Mund über das Ventil.
    • Lifebelt: Die Sorgleine wird im Cockpit eingepickt, bevor du hinausgehst, an Deck am Strecktau. Beim Umpicken bleibt immer ein Haken eingehakt.
    • Wann die Weste Pflicht ist, sagt der Skipper jetzt, nicht erst bei Wind. Eine bewährte Regel: nachts, sobald gerefft ist, bei Seegang, allein an Deck und im Beiboot im Dunkeln. Nichtschwimmer und Kinder immer.
  2. 02

    Mann über Bord

    • Wer es sieht, ruft laut „Mann über Bord!“ und die Seite, auf der die Person treibt.
    • Einer zeigt ununterbrochen auf die Person und macht nichts anderes. In Wellen ist ein Kopf nach wenigen Bootslängen nicht mehr zu sehen.
    • MOB-Taste am Plotter drücken. Sie speichert die Position, an der die Person ins Wasser ging.
    • Rettungsring oder Rettungskragen sofort werfen, auch wenn er nicht genau trifft. Er treibt wie die Person und markiert die Stelle.
    • Zurück zur Person: unter Segel mit Q-Wende oder Quickstopp, oder Segel weg und unter Motor. In der Nähe der Person auskuppeln: Der Propeller ist für jemanden im Wasser die größte Gefahr.
    • Zurück an Bord: Die Badeleiter nur bei ruhiger See, sonst im Rettungskragen mit dem Großfall oder einer Talje. Das Hochholen ist der schwerste Teil; zeig, wie es auf diesem Boot geht.
    • Ist die Person nicht schnell wieder in Sicht: Notalarm per DSC und MAYDAY auf Kanal 16, ohne zu zögern.
  3. 03

    Feuerlöscher und Löschdecke

    • Wo hängen die Löscher, wo die Löschdecke? Jeder zeigt einmal auf einen.
    • Bedienen: Sicherungsstift ziehen, in kurzen Stößen von unten auf den Brandherd löschen, nicht in die Flammen darüber.
    • Fett in der Pfanne brennt: Löschdecke darüber, Gas zu, niemals Wasser.
    • Brand im Motorraum: Motor aus, Klappe nur einen Spalt öffnen und durch den Spalt löschen. Offen bekommt das Feuer Luft.
    • Lässt sich das Feuer nicht löschen: alle an Deck, Westen an, Notruf, Rettungsinsel klar.
  4. 04

    Gas

    • Wo ist der Gaskasten mit dem Flaschenventil, wo der Absperrhahn in der Pantry?
    • Nach dem Kochen: Haupthahn zu, Flamme brennt die Leitung leer, dann den Herdknopf zu. Jedes Mal, auch für den Kaffee zwischendurch.
    • Gas ist schwerer als Luft und sammelt sich in der Bilge. Riecht es nach Gas: Flasche zu, keinen Schalter drücken, keine Flamme, Luken auf.
    • Herd und Ofen nie allein lassen und nie als Heizung benutzen
  5. 05

    Seeventile und Toilette

    • Alle Seeventile zeigen: Toiletten, Waschbecken, Motorkühlung, Spüle. Hebel quer zum Rohr heißt zu.
    • Die Ventile der Toilette sind zu, wenn niemand sie benutzt. Bei Lage kann sonst Seewasser ins Becken steigen.
    • In die Toilette kommt nur, was vorher gegessen wurde, und wenig Papier. Feuchttücher, Binden, Tampons und zu viel Papier sind der Grund für die meisten Verstopfungen.
    • Nach dem Spülen noch zehn bis fünfzehn Hübe pumpen, damit der Schlauch leer ist
    • Wann der Fäkalientank geschlossen bleibt und wann er geleert wird, legt der Skipper nach den Regeln des Reviers fest.
    • Holzpfropfen liegen an oder neben den Ventilen. Reißt ein Schlauch, kommt der Pfropfen ins Loch.
  6. 06

    Lenzpumpe

    • Wo ist die Handlenzpumpe, wo steckt der Hebel? Jeder pumpt einmal.
    • Elektrische Bilgepumpe: Schalter für Automatik und Handbetrieb zeigen
    • Wassereinbruch: erst die Quelle suchen, an Seeventilen, Schläuchen, Wellendichtung und Ruderschaft, und dabei lenzen
  7. 07

    Notpinne

    • Wo liegt die Notpinne, und wo wird sie auf den Ruderschaft gesetzt?
    • Einmal aufsetzen lassen. Fällt die Steuerung aus, muss es in zwei Minuten gehen, nicht nach dem Lesen des Handbuchs.
  8. 08

    Funk und Notruf

    • UKW-Funkgerät: einschalten, Kanal 16, Lautstärke, Sprechtaste
    • Jeder an Bord muss den Notruf absetzen können, nicht nur Skipper und Vertreter. Wer über Bord geht, ist vielleicht der mit dem Funkzeugnis.
    • DSC-Notalarm: Klappe über der roten Taste auf, Taste gedrückt halten, bis das Gerät den Alarm sendet. Er geht mit Position und Kennung der Yacht an alle Stationen in Reichweite.
    • Danach auf Kanal 16 sprechen: dreimal MAYDAY, „THIS IS“, dreimal der Name der Yacht, Rufzeichen und MMSI. Dann noch einmal MAYDAY mit Name, Position, was passiert ist, welche Hilfe gebraucht wird und wie viele Personen an Bord sind. Zum Schluss „OVER“.
    • Name, Rufzeichen und MMSI der Yacht auf einen Zettel neben das Funkgerät. Im Ernstfall weiß das keiner auswendig.
    • MAYDAY nur bei ernster und unmittelbarer Gefahr für Menschen oder Schiff. Für dringende Lagen ohne unmittelbare Gefahr gibt es PAN PAN.
    • Per Telefon: die Seenotretter in Bremen unter +49 421 53 68 70, in Kroatien die 195, in der EU die 112.
  9. 09

    Erste Hilfe

    • Wo ist der Erste-Hilfe-Kasten? Wer an Bord ist Arzt, Pflegekraft oder hat einen frischen Kurs?
    • Notfallmedikamente gegen Allergie oder Asthma liegen dort, wo andere sie finden, nicht ganz unten in der Tasche.
    • Schnitte und Schürfwunden gleich reinigen und abdecken
  10. 10

    Rettungsinsel

    • Wo ist die Insel, wie ist sie befestigt, wer bringt sie über Bord?
    • Auslösen: Reißleine am Schiff festmachen, Insel auf der Leeseite über Bord, an der Leine ziehen, bis sie sich aufbläst.
    • In die Insel erst, wenn die Yacht verloren ist. Solange sie schwimmt, ist sie das bessere Rettungsmittel.
    • Wenn Zeit ist, mitnehmen: Handfunkgerät, Wasser, Medikamente, Handys in wasserdichter Hülle
  11. 11

    Seekrankheit

    • Mittel vor dem Ablegen nehmen, nicht erst, wenn es schlecht geht
    • An Deck bleiben, auf den Horizont schauen, am besten steuern. Unter Deck wird es schlimmer.
    • Wer sich übergibt, tut es nach Lee und bleibt dabei eingepickt. Niemand hängt seekrank allein an der Reling.
    • Trinken, Kleinigkeiten essen, warm bleiben
    • Wer seekrank ist, fällt für die Wache aus. Der Skipper plant das ein.
  12. 12

    Verhalten an Deck

    • Eine Hand fürs Schiff, eine für dich: An Deck hält immer eine Hand fest.
    • Nach vorn auf der hohen Seite gehen, geduckt, von Handlauf zu Handlauf
    • Bei der Wende und erst recht bei der Halse: Kopf runter, der Baum kommt mit Wucht.
    • Nie Hand oder Fuß zwischen Boot und Steg oder zwischen zwei Boote. Eine Yacht mit acht Tonnen hält kein Bein auf.
    • Beim Anlegen nicht auf den Steg springen, sondern steigen, wenn das Boot steht
    • Nachts geht niemand allein an Deck, ohne Lifebelt und ohne Bescheid zu sagen.
  13. 13

    Winschen und Leinen

    • Leine im Uhrzeigersinn um die Winsch legen, drei bis vier Törns. Finger weg von der Trommel.
    • Kurbel nach dem Kurbeln herausnehmen. Sonst verfängt sich eine Schot darin, oder sie geht über Bord.
    • Eine Leine unter Last nie um Hand oder Arm wickeln
    • Klampe belegen: einmal herum, Kreuzschläge, Kopfschlag zum Schluss. Jeder macht es einmal vor.
    • Leinenenden im Cockpit aufschießen. Eine Leine im Wasser landet im Propeller.

Die Einweisung dokumentieren

Am Ende trägt jeder seinen Namen ein und unterschreibt. Das hält fest, wer was gehört hat, und belegt nach einem Unfall, dass es eine Einweisung gab. Ob dein Chartervertrag oder deine Skipperversicherung eine dokumentierte Einweisung verlangt, steht in deren Bedingungen; lies nach, bevor du fährst. Wer später zusteigt, unterschreibt nach seiner Einweisung darunter.

Yacht
Datum
Skipper
Vertreter
Die Crew bestätigt mit ihrer Unterschrift die Sicherheitseinweisung an Bord.
Nr.NameUnterschrift
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Weiterlesen

  • Übernahme der Charteryacht: die Checkliste für den Check-in
  • Segeltörn planen: die Checkliste bis zum Ablegen
  • Packliste für den Segeltörn

Erinnerung 14 Tage vor dem Törn

Zwei Wochen vor der Abfahrt ist der richtige Moment für Proviant, Packliste und die Checkliste zur Übergabe. Trag ein, wann ihr ablegt. 14 Tage vorher kommt eine Mail mit den Listen. Eine Mail, danach wird die Adresse gelöscht.

*
*
Höchstens 18 Monate im Voraus.

Die Einweisung in Crewsy

Die unterschriebene Liste scannst du mit dem Handy als PDF und lädst sie in die Dokumente des Törns, neben Chartervertrag und Crewliste. In der Packliste „Persönlich“ steht für jeden, was er selbst mitbringt, etwa die eigene Rettungsweste oder das Mittel gegen Seekrankheit.

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